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Der Seniorenrat der Stadt Brugg hatte am 16. Jan. 2017 zu einem Foto-Vortrag über Finnisch-Karelien eingeladen: dokumentiert und vorgestellt von Frau Lisbeth Kuhnt.

Für den Reisetermin vom 3.-12.Sept. meldeten sich acht Interessentinnen. Elsbeth Lardon hat einen Bericht über diese erlebnisreichen Tage erstellt.

Früh wurden wir für eine Kaffee-Runde eingeladen, um einander kennen zu lernen. Lisbeth Kuhnt erzählte uns über „das letzte Paradies“ Europas und die Wilderness Lodge und Husky-Farm ihrer Tochter in Nord-Karelien nahe der russischen Grenze.

Frohgemut trafen sich die Reisefreudigen am 3.Sept. pünktlich am Bahnhof Brugg. In Kloten bestiegen wir das Flugzeug nach Helsinki, wo wir genügend Zeit hatten für einen Imbiss. Der Weiterflug nach Joensuu zeigte uns ein schönes Finnland mit vielen Seen und Wäldern, auch grossen Feldern im Süden und bewohnten Städten und Dörfern. In Joensuu – am kleinen Flughafen standen zwei reservierte Autos bereit. Lisbeth und Heidi führten uns sicher die ca. 130 km in nördliche Richtung ans Ziel: über Lieksa – Nurmijärvi – dann über Schotterpisten bis zur Eräkeskus Wilderness Lodge und Huskyfarm. Diese Farm ist einsam gelegen, jedoch wunderschön mitten im Wald an einem grösseren See. Wir wurden herzlich empfangen mit einem leckeren Abendessen. Ein schöner, goldig-farbener Sonnenuntergang über dem See bezauberte uns ganz speziell. Nach dem Essen dürfen wir in der grossen, heimeligen Gaststube am Feuer sitzen oder plaudern. Diverse Spiele und Jassen gehören von nun an zum Abendprogramm.

Die nächsten Tage unternahmen wir ausgedehnte Wanderungen durch die lichten Wälder mit Tannen, Birken und Föhren. Der Waldboden ist überall mit Moos, Flechten und Beerenstauden bedeckt, so dass wir viele Heidelbeeren und Preiselbeeren pflücken können; sogar nahe bei unserer Lodge gab es viele davon. Wir suchten nach essbaren Pilzen und freuten uns jedesmal, wenn wir einen schönen Steinpilz oder auch Rotkappen erspähten.

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Fürs Picknick gab es viele schöne Feuerstellen mit trockenem Holz im Schopf, und Tisch und Bänken zum Ausruhen. Auf einer Wanderung konnten wir einen See umrunden; ein anderes Mal ein Wegstück des Bärenpfades begehen. Der Bärenpfad – eine beliebte Wanderroute – führt insgesamt über viele, viele km von Mittelfinnland bis in den Norden. Die vielseitigen Wanderungen führten durch ausgedehnte Wälder, über Bergrücken, dem See entlang, über sumpfige Wiesen, einmal stiegen wir über felsige Klippen – immer abwechslungsreich und schön.

Unsere Lodge befand sich ca. 20 km von der russischen Grenze entfernt. So ist es nicht erstaunlich, dass wir täglich vielen Tanksperren aus der Winterkriegszeit (1939/40) begegneten. Ein Bunker-System, welches wir besucht haben, wurde renoviert und lässt uns diese schwierige, entbehrungsreiche Zeit erahnen.

Abends in der Wilderness Lodge und Huskyfarm säuberten und zerkleinerten wir Pilze, legten diese auf Gitter zum Trocknen. Die gesammelten Heidelbeeren durften wir zu Konfitüren einkochen. Auch die Sauna durften wir benützen. Sehr gefreut haben uns die zutraulichen Huskys. Einige durften frei im Haus und Gelände „spazieren“. Doch die meisten der ca. 150 Huskys leben zurzeit in grossen Gehegen. Von den vielen Huskys gibt es auch besonders liebenswürdige Welpen. Wer mochte, durfte die Betreuer zum Füttern der Hunde begleiten und die Huskys bewundern und kraulen.

Am regnerischen Sonntagnachmittag sind wir mit den Autos zum Dorf-Kaffeehaus gefahren, ein kleines Haus mit Kaffee-Ausschank und Pulla (finnisches Gebäck) und wenigen, den nötigsten Kolonialwaren. Ein Ausflug führte uns ca. 50 km mit den Autos über Lieksa nach Paateri.

Hier haben wir das Wohnhaus und das Atelier, sowie die Kirche der weltberühmten Skulpteurin Eva Ryynänen besucht. Enorm was Eva Ryynänen in jahrelanger Arbeit mit Hilfe ihres Mannes Paavo alles aus riesigen Baumstämmen gestaltet hat. Ebenfalls das einzigartige Kirchlein wurde von ihr kreiert, der Altar aus einem wuchtigen Wurzelstock. Hauptberuflich war Eva Ryynänen Bauersfrau und Mutter.

Wunderschöne Ferientage durften wir in froher Kameradschaft erleben dank der umsichtigen und lieben Führung und Betreuung von Lisbeth und Eike Kuhnt, der schönen Unterkunft und dem erst-klassigen, abwechslungsreichen Essen. Alle Teilnehmerinnen beteiligten sich aktiv mit kleineren Handreichungen unaufgefordert in irgend einer Form, was mich ganz speziell freute.

Die Heimfahrt gestaltete sich problemlos: Autos abgeben in Joensuu – Zwischenhalt in Helsinki mit Imbiss und letzten Einkäufen. Von Kloten führte uns ein direkter Zug in heimatliche Gefilde. Nochmals ganz herzlichen Dank unserem liebenswürdigen Leiter-Ehepaar, Lisbeth und Eike Kuhnt, welche uns diese erlebnisreichen, eindrücklichen Ferientage ermöglicht hatten.

Elsbeth Lardon, Seniorenrat Brugg

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